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Was säen im August?

  • Autorenbild: Scarlet Allenspach
    Scarlet Allenspach
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Stunden

Der Sommer ist schon fast vorbei, die meisten Pflanzen befinden sich jetzt in der grossen Erntezeit. Aber halt, die Gartensaison ist noch lange nicht vorbei! Es gibt noch so einiges, das auch ab August noch gesät werden und bis in den Winter geerntet werden kann.


Die ersten Töpfe stehen leer, die Radieschen sind durch, der Salat ist geschossen – und viele denken, das war's dann für dieses Jahr. War es aber nicht. Der August ist nicht das Ende der Saison, sondern der Startschuss für die zweite.


Warum der August fast einfacher ist als der Frühling

Die Erde ist warm. Was im März zwei Wochen zum Keimen braucht, ist jetzt in wenigen Tagen da. Du siehst also viel schneller ein Ergebnis.

Dazu kommt: Die grösste Hitze ist bald durch. Salate schiessen vor allem, wenn es länger sehr warm ist – oft schon ab etwa 20 Grad – und wenn sie Trockenstress haben. Die langen Tage verstärken den Blühimpuls zusätzlich. Herbstsalate haben es in beiden Punkten leichter und bleiben deshalb länger zart.

Und der Schädlingsdruck lässt nach. Die grosse Blattlauswelle ist durch, viele Schmetterlinge haben ihre Eier längst abgelegt.


Anfang August: die letzte Gelegenheit

Mangold – jetzt ist wirklich Schluss mit Aussäen, Anfang August ist die Grenze. Dafür erntest du ab Oktober bis in den Frühwinter, mit einem Vlies auch länger. Und im Frühling treibt er oft nochmals aus.


Dill – letzter Satz für dieses Jahr. Passt gut zu allem, was du im Herbst einlegst.


Den ganzen August hindurch

Radieschen – gehen jetzt wieder richtig gut. In der grössten Hitze werden sie holzig, pelzig und scharf, vor allem bei ungleichmässigem Giessen. Im Spätsommer ist das kein Thema mehr, und in drei bis sechs Wochen sind sie erntereif. Aus dem Grün machst du übrigens


Asiasalat – Mizuna und Co. wachsen zügig, sehen schön aus und sind ausgesprochen frosthart. Du kannst sie jung als Baby Leaf schneiden oder ausgewachsen ernten.


Baby Leaf und Pflücksalat – die schnellste Ernte überhaupt. Dicht säen, jung schneiden, nachwachsen lassen.


Gartenkresse – braucht kaum Platz, keimt in Tagen und ist der beste Einstieg für Kinder.


Gartenmelde – der stille Star unter den Blattgemüsen. Mehr zu ihr weiter unten im Porträt.


Ab Mitte, Ende August: das Wintergemüse

Nüsslisalat – der Held des Winterbalkons. Gesät wird ab Mitte August bis in die erste Septemberhälfte, geerntet von Oktober bis in den Winter. Achte auf eine winterharte Sorte, nicht jede verträgt Frost.


Spinat – der zweite Klassiker für die Herbstaussaat. Sechs bis acht Wochen bis zur Ernte, und in milden Lagen überwintert er sogar.


Federkohl und Palmkohl – winterhart und robust. Geerntet wird ab den ersten Frösten bis in den März hinein.


Winterpostelein – noch etwas unbekannt, unkompliziert und mild. Er will es kühl: Säe ihn ab Ende August, wenn die Nächte kühler werden. Im Hochsommer keimt er schlecht.


Winterrüebli – für alle, die im Winter noch etwas aus der Erde ziehen möchten.


Vier Sorten im Porträt


Junge Federkohl-Pflanze in einem Anzuchttopf – im August gesät, geerntet ab den ersten Frösten

Palm- und Federkohl sind zwei hübsche und winterharte Pflanzen. Die grossen Blätter werden laufend von unten her abgeerntet, sodass sie nach einer Weile tatsächlich wie kleine Palmen aussehen. Erntezeit ist vom Beginn der ersten Fröste bis in den frühen März! Federkohl gehört zum Gemüse mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C. Zudem liefert es sehr viele Nährstoffe, Eisen, Eiweiss und Antioxidantien. Wer diese Pflanze auf dem Balkon hat, muss sich um seine Gesundheit im Winter also keine Sorgen mehr machen.

Mein Rezept für leckere Kale-Chips findest du hier.


Mangold mit farbigen Stielen, auch Krautstiel genannt

Mangold (auch Krautstiel genannt) ist eine genügsame Pflanze. Sobald sie sich einmal etabliert hat, ist sie nicht mehr aufzuhalten. In unserem Saatgut ist eine bunte Mischung mit roten, gelben und orangen Stielen. Auch Mangold übersteht einen Schweizer Winter ohne mit der Wimper zu zucken. Ob daher wohl sein englischer Name "Swiss chard" kommt?

Mehr zu unserem Nationalgemüse findest du in diesem Artikel.





Salate sind gerade für Balkongärtner eigentlich ein Muss! Denn durch die Höhe sind die gefrässigen Schnecken, des Salates grösste Feinde, hier sehr selten anzutreffen. Sie wachsen daher besonders schön und kommen auch an einem schattigen Standort gut zurecht.

Die Baby-Leaf-Mischung (auf dem Bild unten) findest du auch bei uns im Onlineshop.


Baby-Leaf-Salatmischung mit jungen, zarten Blättern

Die Gartenmelde ist das Aschenputtel unter den Blattgemüsen. Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen, sie wurde schon vor Jahrtausenden kultiviert. Der Spinat hat sie dann um etwa 1200 weitgehend aus der Küche, jedoch nicht aus unseren Gärten vertrieben. Heute ist die robuste Pflanze vor allem als Unkraut bekannt. Wir möchten die selten gewordene Pflanze wieder auf unsere Teller zurückbringen.

Bist du dabei? Du findest das Bio-Saatgut dazu hier.


Rote Gartenmelde, ein altes Blattgemüse mit rötlichen Blättern

Drei Tricks für die Aussaat bei Hitze

Säe am Abend. Dann hat die Saat die ganze Nacht Zeit, Wasser aufzunehmen, bevor die Sonne wieder daran zieht.


Halte die Saatrille konstant feucht. Das ist der eigentliche Knackpunkt. Trocknet die Rille einmal richtig aus, während die Samen quellen, keimen sie nicht mehr. Lieber täglich ein bisschen als einmal viel.


Beschatte die Töpfe für die ersten Tage. Ein Brett, ein Stück Karton oder ein altes Leintuch über die Aussaat legen und wegnehmen, sobald sich das erste Grün zeigt. Bei Nüsslisalat und Spinat macht das den Unterschied: Beide keimen am liebsten bei 12 bis 20 Grad, darüber wird es ungleichmässig, und ab etwa 25 Grad bleibt die Keimung weitgehend aus.



Und wenn gar kein Platz mehr ist?

Dann wanderst du nach drinnen. Microgreens aus Linsen oder Senf und Alfalfa-Sprossen brauchen keinen Balkon, sondern eine Fensterbank – und liefern das ganze Jahr über Grün.


Die alte Erde nochmal verwenden?

Ja, aber nicht einfach so. Eine Saison hat sie hinter sich, die Nährstoffe sind weg. Wie du sie in zehn Minuten wieder fit machst, steht in Alte Balkonerde aufwerten. Und wenn ein Topf leer bleiben soll: Gründüngung im Topf hält die Erde in Form, bis es im Frühling weitergeht.


Eine Knolle geht auch noch in die Erde

Der August ist nicht nur Aussaatzeit. Er ist auch der Moment, in dem du deinen Safran steckst. Der Safran-Krokus blüht im Oktober, wenn auf dem Balkon sonst alles abgeräumt ist – ein zartes Violett zwischen leeren Töpfen, und mitten in der Blüte die drei roten Fäden, die du erntest. Gepflanzt wird bis Mitte September, danach ist das Fenster für dieses Jahr zu.

Alles zu Anbau, Ernte und Verwendung findest du in Safran – Rotes Gold auf dem Balkon.


Das passende samenfeste Bio-Saatgut für die zweite Runde findest du in unserem Onlineshop. Viel Erfolg mit der zweiten Saison!

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im August 2020 und wurde von Scarlet Allenspach verfasst. Im Juli 2026 wurde er von Katrin Helbich überarbeitet und um die Aussaattermine, die Hitze-Tipps und den Safran-Abschnitt ergänzt.

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