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Gemüse komplett verwerten: 5 überraschende Ernteteile, die fast alle wegwerfen

  • Autorenbild: Katrin Helbich
    Katrin Helbich
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit
Frisch geerntetes Balkongemüse mit Blättern und Blüten: Kohlrabi, Randen und Kräuter für die Zero-Waste-Küche

Zero-Waste vom Balkon – Blatt, Kraut, Schote, Blüte und Knospe clever nutzen und Gemüse komplett verwerten.


Hand aufs Herz: Wie viel deiner Ernte landet im Kompost, bevor sie überhaupt den Teller sieht? Das Kohlrabi-Grün, das Randen-Kraut, die leeren Erbsenschoten – alles «Abfall», oder? Falsch gedacht. Genau diese Teile sind oft die nährstoffreichsten und aromatischsten – und komplett gratis dazu. Und du hast den entscheidenden Vorteil: Was auf deinem Balkon wächst, ist ungespritzt und kommt frisch vom Beet in die Pfanne.

Hier sind fünf Pflanzenteile, an die kaum jemand denkt – und weiter unten drei Klassiker, zu denen wir dir schon ganze Anleitungen geschrieben haben.


1. Kohlrabi-Blätter – das vergessene Grün

Fast alle schneiden das Blattgrün ab und werfen es weg – dabei stecken darin mehr Vitamin C, Kalzium und Eisen als in der Knolle selbst.

So geht’s: Junge Blätter wie Spinat in etwas Olivenöl mit Knoblauch sautieren, grössere fein schneiden und wie Federkohl dünsten. Oder gleich mit der Knolle zu einer cremigen Suppe verarbeiten – ein Gericht, zwei Ernten.


2. Randen-Kraut – die wilde Schwester des Mangolds

Randen erntet man wegen der Knolle – doch die Pflanze ist eng mit Mangold verwandt, und das Kraut ist mindestens so gut.

So geht’s: Die Blätter wie Spinat verwenden, die farbigen Stiele klein schneiden und ein paar Minuten länger mitgaren. Wunderbar in einer Quiche, im Risotto oder einfach als buntes Gemüse zur Pasta.


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3. Erbsenschoten – Brühe aus dem «Abfall»

Nach dem Auspalen wandern die leeren Schoten meist in den Kompost. Dabei steckt in ihnen jede Menge süsses Erbsenaroma.

So geht’s: Die Schoten mit Zwiebel und Kräutern auskochen und durchsieben – fertig ist eine feine Erbsenschoten-Brühe als Basis für Suppe oder Risotto.

Bonus: Auch die zarten Erbsen-Ranken schmecken roh im Salat hervorragend.


4. Kräuterblüten – wenn Basilikum, Dill & Oregano blühen

Sobald Kräuter blühen, werden sie oft als «übständig» weggeschnitten. Schade, denn die Blüten sind essbar und tragen das Aroma der Pflanze in konzentrierter Form.

So geht’s: Basilikum-, Oregano- und Dillblüten als würziges, hübsches Topping über Salat, Butterbrot oder Pasta streuen. Dillblüten und -samen geben eingelegten Gurken ausserdem das gewisse Etwas.


5. Sonnenblumen-Knospe – deine Balkon-Artischocke

Die wenigsten wissen es: Bevor sich die Sonnenblume öffnet, ist die junge, noch geschlossene Knospe eine Delikatesse – geschmacklich irgendwo zwischen Artischocke und Sonnenblumenkern.

So geht’s: Die feste, grüne Knospe ernten, in Salzwasser 10–15 Minuten weich kochen und mit einer Vinaigrette oder etwas Kräuterbutter servieren. Später sind auch die offenen Blütenblätter essbar – als sonnengelber Farbtupfer im Salat.

Weitere Infos unter  «Sonnenblume: gesund und lecker»


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Diese drei sind ebenso zu schade zum Wegwerfen – dazu haben wir dir bereits ganze Anleitungen geschrieben:

Zucchetti- & Kürbisblüten – füllen, backen, frittieren: «Kürbis- und Zucchettiblüten in der Küche».

Radieschenkraut – als feuriges Pesto: «Radieschenkraut-Pesto».

Kapuzinerkresse – Blatt, Blüte und «falsche Kapern» aus den Samen: «Kapern und Pesto aus Kapuzinerkresse».


Und fürs Haltbarmachen: aus Federkohl werden knusprige Kale Chips, und Kürbiskerne wandern geröstet in den Ofen – so machst du geröstete Kürbiskerne als Snack.



Der grösste Zero-Waste-Move: dein eigenes Saatgut

Am Ende der Saison musst du nicht einmal neue Samen kaufen. Lass ein paar deiner kräftigsten Pflanzen ausreifen, ernte die Samen und du hast nächstes Jahr gratis Nachschub. Das klappt mit samenfesten Sorten. Und so schliesst sich der Kreis komplett: von der Aussaat über Blatt, Blüte und Frucht bis zum neuen Samen.

Wie du dein Saatgut gewinnst, erklären wir dir Schritt für Schritt in «Saatgut ernten».


Zero Waste beginnt nicht erst beim Recycling, sondern schon auf dem Teller. Wer die ganze Pflanze nutzt, holt das Maximum aus dem eigenen Balkon – und am Ende bleibt nur noch übrig, was wirklich in den Kompost gehört. En Guete und viel Freude beim Ausprobieren!


Alle Sorten aus diesem Beitrag findest du in unserem Bio-Saatgut-Sortiment.


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