• Brigitte Maurer

Alte Samen? Ein Keimtest hilft.

Hast du Saatgut, das schon abgelaufen ist? Wie lange Samen garantiert keimen, steht auf dem Briefchen. Allerdings verhält es sich mit Samen ähnlich wie mit gewissen Lebensmitteln: Sie sind viel länger haltbar als angegeben. Wenn du unsicher bist, ob es sich lohnt, sie auszusäen, machst du zuerst einen Keimtest.


Für diesen Test brauchst du:

  • Wasserfeste Unterlage (z.B. ein Unterteller)

  • Watte, Haushalt- oder WC-Papier

  • Haltbarkeitsfolie

Keimtest mit Tomatensamen: Tag 8, Tag 10, Tag 15


Mini-Brutkasten einrichten

So geht’s:

  1. Zuerst befeuchtest du das Papier (die Watte), bis sie richtig nass ist und breitest sie dann auf dem Teller aus.

  2. Nun legst du ein paar deiner alten Samen darauf und besprühst diese mit Wasser. Wenn du verschiedene Sorten testest, dann solltest du die Samen beschriften. Tipp: mit Zahnstocher den Brutkasten abtrennen und Schilder daneben legen.

  3. Über den Teller spannst du ein Stück Folie, in welche du mit einem Zahnstocher oder einer Nadel ein paar Löcher stichst. Dies, damit die Samen nicht schimmeln.

  4. Den Teller platzierst du am wärmsten und sonnigsten Ort in der Wohnung.

  5. Die ersten drei Tage kannst du den Teller vergessen, danach solltest du – je nach Feuchtegrad – etwas Wasser nachsprühen.

Bis sich die ersten Keimlinge zeigen (oder nicht), dauert es je nach Gemüse- oder Blumensorte unterschiedlich lang. Bei manchen steht die Keimdauer auf der Samentüte. Ansonsten kannst du dich auch im Internet schlau machen. Tomaten beispielsweise keimen in der Regel bei einer Temperatur ab 20°C in ca. 8 bis 14 Tagen.


Der Keimtest funktioniert für die meisten Gemüsesorten. Bei ausgeprägten Dunkelkeimern (d.h. die Samen keimen nur im Dunkeln tiefer in der Erde) wie etwa Kürbis oder Nüsslisalat bedeckst du die Samen einfach noch mit einem ebenfalls befeuchteten Papier, bevor du die Folie darüber spannst.

Keimtest: Tag 24


Samen aufbewahren

Wenn du dein Saatgut über mehrere Jahre aufbewahren willst, lagerst du die Tüten am besten dunkel, kühl und trocken. Das heisst: unter 20°C und bei ca. 15% Luftfeuchtigkeit. Und wer seiner Nachwelt Samen eigener Züchtungen hinterlassen möchte, der friert sie luftdicht ein.


Gewusst?

Die Arche Noah der Samen liegt auf Spitzbergen. Hoch oben im Norden von Norwegen lagert seit 2008 Saatgut wichtiger Nutzpflanzen wie Reis, Mais, Bohnen oder Weizen und Samen von vielen weiteren für die Ernährung zentraler Pflanzen im ewigen Eis. Unterdessen beherbergt der globale Saatgut-Tresor schon über eine Million einzelne Samen.

 

Hast du Lust, noch mehr über Samen zu erfahren?

Unsere bisherigen Blogbeiträge dazu:

Wo kommt unser Bio-Saatgut her?

Saatgut ernten