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8 Tipps für deine Gartenplanung

Gut geplant ist halb gewonnen! Sich mit Stift und Papier im tiefsten Winter um die Planung des Gartens zu kümmern, mögen die wenigsten. Aber eine gute Planung (und sich auch daran zu halten) lohnt sich. Es ermöglicht dir nicht nur mehr und über eine längere Zeitspanne zu ernten, sondern vermeidet auch unnötigen Stress.



Tipp Nr. 1: Zeichne einen Plan (mit Schrittmass)

Es ist wichtig zu wissen, wieviel Platz du zur Verfügung hast, wo bereits mehrjährige Pflanzen stehen und wo es mehr oder weniger Sonne hat. Zeichne deshalb einen Plan mit all dem, was fix ist. Haus, Wege, Bäume, Wasseranschluss etc. Am einfachsten misst sich eine Parzelle mit deinem Schrittmass. Das funktioniert so: Zähle einfach die Schritte. Lege dann einen Meter auf den Boden und schau nach, wie gross dein Schritt ist. Danach kannst du die Schritte mit einem einfachen Dreisatz in Meter umrechnen.


Anzahl Schritte (z.Bsp 25 Schritte) x Schrittmass (z.Bsp 0.8m) = Länge in Meter (also 20m)



Deinen Plan kannst du nun jedes Jahr als Vorlage nehmen. Kopiere ihn also bevor du dein Gemüse einplanst oder nutze für die weitere Planung ein Transparentpapier.


Extratipp: Zeichne die Bäume und Sträucher in ihrer maximalen Grösse ein, die sie erreichen können. So vermeidest du, dass du zu dicht weitere Bäume setzt.



Tipp Nr. 2: Zonierung nach Permakultur

Mach dir die Gartenarbeit möglichst einfach. Überlege dir wo du dich am häufigsten im Garten aufhältst und welche Wege du am meisten benutzt. Das ist deine Zone 1. Dort kannst du die Pflanzen setzen, die am häufigsten Pflege verlangen.

Obstbäume und Sträucher müssen nur selten zugänglich sein und können in die weitergelegene Zone 2 oder 3 gesetzt werden. Die Zone 4 könntest du für Wildtiere und Naturschutz reservieren. Diese Zone wird möglichst nicht betreten.

Achte speziell auf deine Wasseranschlüsse und setze heikles Gemüse so, dass du es leicht bewässern kannst, ohne extra Schläuche anzusetzen etc.




Tipp Nr. 3: Prioritäten setzen!

Nun kommen wir zum spassigen Teil: Die Auswahl unserer Kulturen. Bestimmt gibt es die eine oder ander Pflanze, welche du unbedingt einmal ausprobieren möchtest. Und dann natürlich diese, auf die du keine Saison verzichten willst! Konzentriere dich aber besser auf weniger Kulturen und mache diese dafür richtig. So ersparst du dir Stress und hast genug Zeit, dich um deine Pflanzen zu kümmern.

Ich mache jeweils eine Wunschliste wie früher an Weihnachten. Davon wähle ich dann 2 bis 3 Sorten aus, die zu der Bepflanzung passen. Der Rest muss auf ein anderes Gartenjahr warten.


Tipp 4: Vergleiche Wunsch mit Realität

Beobachte deine Begebenheiten ganz genau. Wieviele sonnige Beete hast du tatsächlich? Wie steht es um die Qualität deiner Erde? Bist du im Sommer vier Wochen im Urlaub und wer kümmert sich dann um deinen Garten? Bei der Planung kommt man gerne mal ins Träumen und vergisst oder verdrängt dabei die Wirklichkeit.


Tipp Nr. 5: Achte auf den Zyklus der Fruchtfolge

Unsere Pflanzen ziehen ihre Nährstoffe aus der Erde. Für die neue Saison müssen wir also einerseits neue Nährstoffe in die Erde bringen, andererseits können wir darauf achten, dass die neue Besetzung nicht dieselben Nährstoffe aus dem Boden zieht wie die letzte.

Gemüse lasssen sich in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer unterteilen. Sie zehren also unterschiedlich viele Nährstoffe aus dem Boden. Die klassische Fruchtfolge wird vor allem in der Landwirtschaft angewendet, aber auch wir können dieses System für unsere Gärten nutzen. Die Beete, respektive die Bepflanzung wird so rotiert, dass stets der richtige Nährstoffgehalt für die Pflanzen vorhanden ist. Diese Rotation kann innerhalb einer Vegetationsperiode oder über mehrere Jahre stattfinden. Dabei werden nach Starkzehrern jeweils Mittelzehrer und als dritte Kultur Schwachzehrer angepflanzt. Danach darf sich das Beet für ein Jahr ausruhen und es wird eine Gründüngung angesät.


P.s: Auch im Hochbeet kann man die Fruchtfolge anwenden! Hier findest du einen ausführlichen Artikel dazu.


Im kleinen Gemüsegarten kann die Fruchtfolge nicht immer ganz strikt eingehalten werden, muss aber auch nicht. Was ich dir aber unbedingt ans Herz legen würde ist, dass du nicht exakt die gleiche Kultur am gleichen Ort anbaust. Denn durch einen ständigen Wechsel vermeidest du auch, dass sich z.Bsp. Larfen des Kartoffelkäfers direkt auf die neue Saat stürzen können.


Um deinen Garten gut zu planen, musst du also wissen, was davor wo angepflanzt war. Hebe deine Gartenpläne also auf und nutze sie als Stütze für die nächste Planung.



Tipp Nr. 5: Mengen berechnen

Mit diesem Wissen kannst du deine Wunschliste nun präzisieren und schauen, ob auch alles Platz hat. Bei der Beetplanung vergessen viele, dass sie das gepflanzte Gemüse zum Pflegen und Ernten erreichen können müssen. Schaue am besten auf den Saattüten nach, mit welchen Abständen dein Gemüse angebaut werden möchte. Hier ist es aber auch wichtig, dass du dich nicht beim Rechnen verlierst. Ebenso wichtig ist dein Geschmack!

Ich mag zum Beispiel Kürbis, habe aber nach der fünften Kürbissuppe genug davon. Daher habe ich letzten Sommer nur fünf Setzlinge gezogen und davon eine einzige Kürbispflanze angebaut. Das reicht mir vollkommen. Von Tomaten kann ich hingegen auch eingemacht nicht genug bekommen und habe stets eher zu wenig. Wieviel du von welcher Kultur anbauen solltest, lernst du am besten mit der Erfahrung.


Die Ernte von einer einzigen Kürbispflanze reicht für mich völlig aus.


Tipp Nr. 6: Mehr Platz dank Mischkultur

Auch Pflanzen haben Freundschaften. Gewisse Kulturen können sich gegenseitig beim Wachsen unterstützen oder schützen einander vor Fressfeinden. Deshalb mischen wir unser Gemüse immer kunterbunt. Über gute und schlechte Beetnachbarn habe ich hier einen ausführlichen Blogartikel verfasst.


Die wichtigsten Grundsätze sind:

Pflanzen der selben Familie mögen nicht nebeneinander stehen. (selber Nährstoffbedarf)

Stark riechende Pflanzen wie Kräuter oder Knoblauch schützen vor Fressfeinden.

Achte auf die Wuchsform und "staple" sozusagen deine Pflanzen vom Bodendecker bis zum Maiskolben.

Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, etc.) fixieren Stickstoff im Boden und tragen somit für die Fruchtbarkeit des Bodens bei.


Um die Planung nicht unnötig kompliziert zu machen, wähle ich pro Beet jeweils eine Hauptkultur aus und suche dann in der Liste nach 1-2 Freunden, die sich dazu gesellen dürfen. Je mehr du deine Pflanzen durcheinander mischst, desto schwieriger wird die Bestimmung der Fruchtfolge. Für mich zählt dann jeweils einfach die am stärksten zehrende Pflanze des Beetes. Dann bist du auf der sicheren Seite.


Tipp Nr. 7: Vergiss den Herbst nicht!

Du möchtest das Maximum aus deinen Beeten heraus holen? Dann vergiss nicht eine zweite (oder dritte) Bepflanzung für im Herbst mit einzuplanen! Einige Gemüse stehen praktisch den ganzen Sommer lang im Beet. Andere werden aber bereits im Juni/Juli geerntet! (z.Bsp. Erbsen) An diese Stelle kannst du dann etwas neues einplanen, welches bis in den Herbst oder sogar über Winter stehen bleibt. So kannst du auch spät im Jahr noch etwas ernten und der Boden bleibt dank der Winterbepflanzung besser vor Frost geschützt.




Tipp Nr. 8: Hol dir Hilfe!

Du bist trotz unserer Tipps mit der Planung überfordert oder machst das zum ersten Mal? Das kann ganz schön überwältigend sein! Zum Glück gibt es viele erfahrene GärtnerInnen, die dir bei der Planung helfen können! Unser Team berät dich gerne und hilft dir bei Bedarf sogar bei der Umsetzung! Schreibe uns und wir können dein Projekt gemeinsam angehen!



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