• Kim Wüst

Brennnessel - ein Multitalent


Vielen ist das brennende "Unkraut" bekannt. Was einige aber nicht wissen, ist dass sie vielseitig verwendbar ist. Ob als Tee, gekocht wie Spinat oder frisch. Die Blätter enthalten sehr viel Vitamin C, Eisen und Eiweise. Ein richtiges Super Food und das sogar lokal! Auch die kleinen Samen können konsumiert werden, beispielsweise in Müslis.


Was für viele neu sein mag, ist das die Pflanzen ähnlich wie Leinen und Hanf auch Fasern zur Stoffherstellung besitzen. Es gibt verschiedene Methoden, die Fasern aus dem Stängel zu gewinnen. Eine davon findet im Winter statt. Während man im Sommer frische Stängel pflücken und durch eine sogenannte Tau-Röste fermentieren lässt, macht im Winter das Wetter und die Zeit die Arbeit. Die Fasern sitzen nämlich zwischen der Rinde und dem holzigen Inneren und sind mit einem Klebstoff verbunden. Um diese Pektine zu brechen, braucht es Bakterien, die diese abbauen. Dabei ist entscheiden, wie lange man die Stängel fermentieren lässt. Zu lange und die Fasern sind auch nicht mehr da.





Wenn das Wetter stimmt, es weder zu nass, noch zu trocken war, kann man die kahlen Stängel im Dezember pflücken. Um die Fasern vom Innern zu lösen, muss man den Stängel längs mit einem Messer öffnen und vorsichtig am unteren Ende anfangen, die Rinde samt Fasern abzuziehen. Nach und nach entsteht ein Bündel aus Fasern und Rinde. Um die Rinde loszuwerden, kann man das Bündel zuerst in den Händen rollen, dann durch verschiedene Hecheln ziehen. Eine Hechel sieht aus wie ein Nagelbrett und man beginnt mit dem gröbsten und wird dann immer feiner, bis man zu Woll-Karden wechselt. Die feinen Fasern können dann gesponnen werden und als Garn gewoben oder gestrickt werden.



Da der Prozess der Fasergewinnung sehr aufwendig ist, gibt es auf dem Markt nicht sehr viele Anbieter. Es gibt aber unterschiedliche Brennnesselsorten, so werden z.B. in Nepal grössere Mengen aus der Himalaya Nessel produziert. Hier in Europa ist es eher ein Freizeit-Trend. Dennoch wurde zu früheren Zeiten immer mal wieder zum Nesselstoff gegriffen, wenn andere Ressourcen knapp wurden.


Wer mehr über den ganzen Prozess erfahren möchte kann folgende Website besuchen: www.nesselkraft.ch




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