• Brigitte Maurer

Anleitung für Microgreens

Zwischen Keimling und Setzling: Das sind Microgreens, zarte Jungpflänzchen, die bereits einen Stängel und frische Blättchen entwickelt haben. Sie überraschen mit einem enorm hohen Vitamin- und Nährstoffgehalt.

Was?

Als Microgreens eignen sich fast alle Gemüse- und Kräutersorten, ausser Nachtschattengewächse (Auberginen, Tomaten, Peperoni, Chili ...). So lassen sich auch prima Bio-Saatgutreste schnellkeimender Pflanzen verwerten, wie zum Beispiel Alfalfa, Asiasalat, Brokkoli, Mangold, Mungobohne, Radieschen, Randen, Rettich, Rucola, Weizen etc. Du kannst aber auch ins „Chuchichäschtli“ greifen und mit Bockshornklee, Kichererbsen, Sonnenblumen, Sesam usw. experimentieren.

Wichtig zu wissen: Nicht biologische Lebensmittel sind mit antibakteriellem Keimstopp behandelt und deshalb nichts für Microgreens.


Wie?

Angebaut wird der Powerfood in Gefässen aller Art. Etwa in einem Kuchenblech, Suppenteller oder Topf-Untersatz, einer flachen Schale oder Schüssel, ja, sogar in einer Plastikverpackung. Die Samen müssen warm und feucht gehalten werden. Staunässe gilt es zu vermeiden, sonst schimmeln sie.


Warum?

Wir haben uns für Senf und Linsen entschieden. Als Microgreens schmeckt der braune Senf wunderbar würzig und peppt mit seiner milden Schärfe jeden Salat, jede Suppe und jedes Sandwich auf. Das frische Linsengrün ist besonders reich an pflanzlichen Eiweissen (Proteine) und an Vitamin B, C und E. Je später die Linsen-Microgreens geerntet werden, desto herber sind sie im Geschmack.

Anleitung: Senf

Der braune Senf ist ein Lichtkeimer. Du benötigst für diese Microgreens:

Kuchenblech mit ca. 30 cm Durchmesser, Erde, Samen, Sprühflasche.

Weisse Mikrowurzeln der Senf-Microgreens
  1. Weiche die Samen für 4 Std. im Wasser ein. So keimen sie besser.

  2. Fülle nun das Blech mit mind. 2,5 cm Erde auf, sprühe gleichmässig 2–3 dl Wasser darüber. Die Erde sollte gut angefeuchtet sein, aber nicht zu nass.

  3. Erde mit einer Torten- oder Bratenschaufel flach drücken und die nassen Samen mit dem Finger engmaschig übers ganze Blech bis an den Rand verteilen. Die einzelnen Körner dürfen/sollen sich berühren.

  4. Das Blech platzierst du an einem hellen und warmen Ort, ohne direkte Sonnenbestrahlung. Gut geeignet ist z.B. das Badezimmer oder die Küche. Hier vergisst du das tägliche Besprühen am wenigsten.

  5. Samen täglich 1–2x mit der Sprühflasche befeuchten. Falls sich weisse Mikrowurzeln bilden: nicht mit Schimmel verwechseln. Das gehört dazu.

  6. Nach ca. 4–6 Tagen siehst du erste Keimlinge. Ab ca. dem 14. Tag sind diese daumenhoch und können laufend mit der Schere abgeschnitten werden.

  7. Ist das Blech dicht bewachsen, reicht das Besprühen nicht mehr aus. Jetzt sanft mit einer Flasche giessen und das Blech schwenken, damit sich das Wasser gut unter dem feinen Wurzelgeflecht verteilt.

Anleitung: Linsen

Linsen sind Dunkelkeimer. Du benötigst für diese Microgreens: einen hohen Suppenteller oder eine niedrige Schüssel mit ca. 20 cm Durchmesser, Erde, Samen, Sprühflasche, Küchentuch.

  1. Weiche die Samen für 10 Std. im Wasser ein. So keimen sie besser.

  2. Fülle das Gefäss mit mind. 3 cm Erde auf, sprühe gleichmässig 2–3 dl Wasser darüber. Die Erde sollte gut angefeuchtet sein, aber nicht zu nass.

  3. Erde mit einer Torten- oder Bratenschaufel flach drücken und die nassen Samen mit dem Finger eng über die ganze Fläche verteilen, wie beim Senf.

  4. Gefäss mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort platzieren. Nun die Samen täglich 1–2x mit der Sprühflasche befeuchten.

  5. Nach ca. 5 Tagen Küchentuch entfernen und Gefäss an einen hellen Ort stellen. Die Keimlinge sind anfangs noch gelblich, werden erst im Licht grün.

  6. Weiter mit Wasser befeuchten, bei dichtem Bewuchs leicht giessen.

  7. Ab ca. Tag 12 sind die Linsen ca. 10 cm hoch und können geerntet werden.

Tipp: Erde vorbehandeln

Damit deine Wohnung keine Trauermücken-Invasion erlebt, kannst du die Erde im Backofen vorgängig sterilisieren: Kuchenblech mit Erde füllen, mit Sprühflasche etwas anfeuchten, 30 Min. bei 200 Grad „backen“, auskühlen lassen.

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